Ohnsorg Verdienst Medaille 2008

„…und was man sonst so braucht“   Ohnsorg-Verdienstmedaille für Sandra Keck

Seit 1991verleiht die Stiftung zur Förderung des Ohnsorg-Theaters die Ohnsorg-Verdienstmedaille an Personen, die in besonderer Weise das Gesicht dieser Bühne geprägt haben. Besondere Leistungen sind dabei nicht an ein Mindestalter gebunden.
Die Verdienstmedaille ging diesmal an Sandra Keck. Sie stand im Mai 1990 zum ersten
Mal auf dieser Bühne – als eine Art Edelstatistin in dem „Verwesselspeel“ von Friedrich Hans Schaefer. Der Regisseur Wilfried Dziallas holte für diese Produktion Sandra und zwei weitere Schauspielschüler ans Haus. Im Programmheft wurden ihre Rollen als „Musikanten, Volk, Statuen, Seeleute und was man sonst so braucht“ bezeichnet. „Und was man sonst so braucht an einem Theater. Das sollte sich bei Sandra Keck nun wirklich bewahrheiten“, so Christian Breitzke, Vorsitzender der Stiftung zur Förderung des Ohnsorg-Theaters in seiner Laudatio.
Sandra Keck hatte zu diesem Zeitpunkt gerade erst die Schauspielschule beendet, war aber nicht ganz ohne Bühnenerfahrung. Die hatte die 1967 in Cuxhaven geborene
schon im zarten Alter von 11 Jahren in „Kinder spielen für Kinder“ in Harburg gesammelt und später auch bei der Harburger Volksbühne „De Nedderdüütsche.“. Entscheidend
für ihren weiteren Weg war besonders der Liedermacher Rolf Zuckowski. Mit ihm und anderen wurde 1982 „…und ganz doll mich!“ ein bundesweiter Hit. Zahlreiche weitere
Plattenaufnahmen und Fernsehauftritte folgten. Breitzke: „Dass aus der Zusammenarbeit eine Freundschaft geworden ist, konnten wir im letzten Jahr erleben, als Rolf Zuckowski
hier bei der Premiere von Sandras ,Plattdüütschen Vogelhochtiet‘ selbst gesungen hat.“
1994 spielte die Harburgerin die Hanne Schäl in Gerhart Hauptmanns „Fohrmann Henschel“, ihre erste Hauptrolle in einem klassischen Schauspiel an den Großen Bleichen. Im Weihnachtsmärchen „Sterntaler“ führte sie 1998 erstmals Regie.
In bislang 53 unterschiedlichen Rollen konnte das Ohnsorg-Theater Sandra „sonst so brauchen“. Der Intendant Christian Seeler hatte in der Jubiläumsspielzeit 2002/2003 alle Ensemble-Mitglieder aufgefordert, sich für diese einmalige Saison etwas Besonderes auszudenken. Das hat auch Sandra getan. Eine kleine musikalische Show sollte es werden. Das Projekt wurde dann größer und größer und auch teurer – das war die Geburtsstunde von „Wi rockt op Platt“. Sandra Keck schrieb das Buch, sie inszenierte und sang eine der Rollen, während ihr Ehemann Stephan Grühn als Choreograph für die Tanzeinstudierungen sorgte. Wurden die Generalprobe und die Premiere noch mit Freunden und Verwandten im Saal gefüllt, so war es fortan schwieriger, an Karten heranzukommen. Mittlerweile muss man sich Monate im voraus bemühen, wenn man sich „Rock op Platt“ ansehen will. Aus der geplanten Handvoll Vorstellungen sind satte
150 Aufführungen mit Abstechern geworden – eine Erfolgsgeschichte ohne Beispiel. Christian Breitzke: „Was man eben so braucht.“ Nicht minder erfolgreich läuft mittlerweile
die Fortsetzung „Rock op Platt Episode Twee“.
Das Stück habe völlig neue Zuschauerkreise erschlossen, führte Breitzke aus. Sie habe eindrucksvoll bewiesen, dass das Ohnsorg-Theater „jünger als Du denkst“ ist, so
Dr. Christian Breitzke zum Abschluss seiner Laudatio.
Nicht zuletzt engagiert sich Sandra Keck, Mutter des mittlerweile dreieinhalbjährigen Gregory auch für das UNOKinderhilfswerk UNICEF.

Ohnsorg Medaille
Fohrmann Henschel
Sandra Keck 2006
Sandra Keck 2008
Zurück